Einleitstellen für Regenwasser

Einleitstellen für Regenwasser2019-04-15T18:29:41+02:00

Hinweise zur Gestaltung einer Einleitungsstelle für Regenwasser

1. Verlegung

Draufsicht Rohreinleitung mit durchpflasterter Sohle

Draufsicht Rohreinleitung mit durchpflasterter Sohle

Die Grundleitung für Niederschlagswasser (und ggf. anderer Wässer wie Überlauf aus Regenwasserrückhaltung, Rw-Nutzung) ist fachgerecht zu verlegen nach DIN 1986-100 i.V.m. DIN EN 752 u.a. einschlägigen Regelwerken. Der Verband empfiehlt für Nennweiten bis DN 200 Haltungslängen max. 20,00m, Revisionsschächte DN 1000 mit offenem Durchfluß und Sandfang (t: 0,50m).

2. Höhenlage

Die Grundleitung soll etwa 0,20m oberhalb eines mittleren Wasserstandes in den Graben münden. Auch bei Stauwasserstand nach Starkregen sollte noch eine Ableitung gewährleistet sein. Eine Überflutung von Gebäudeteilen ist durch geeignete technische Vorkehrung auszuschließen (z.B. Rückstauverschluß und Hebeanlage).

Rohrauslauf mit einseitiger Pflastereinfassung

Rohrauslauf mit einseitiger Pflastereinfassung

3. Einleitstelle (siehe Prinzipskizze)

Die Rohrausmündung am Graben wird mit Naturstein in Magerbeton (C 12/15) allseits umpflastert, die Pflasterung bis zur Grabensohle hinunterführen, mindest. aber bis Sommer-Niedrigwasserstand. Ab Nennweiten >DN 200, bei Sohlbreiten unter 1,00m sowie bei stoßweisen Einleitungen über Pumpen muß die Grabensohle und ebenfalls die gegenüberliegende Böschung gegen Auskolkung gesichert – „durchgepflastert“ – werden. Die Rohrleitung wird anschließend profilgerecht gekürzt. Die Einleitstelle wird vom Nutzer hergestellt und unterhalten.

Rohrauslauf mit durchpflasterter Sohle

Rohrauslauf mit durchpflasterter Sohle

4. Entwässerungsleitungen außer Betrieb

Bei funktionslosen Entwässerungsleitungen ist die Einleitstelle am Graben und das Rohrendstück über mindestens 1,50m vollständig zu entfernen; das Leitungsende ist wasserdicht zu verdämmen. Die Grabenböschung wird profilgerecht mit anstehendem Boden wieder aufgebaut und begrünt (z.B. mit Rasensoden).

5. Dränwassereinleitung

Das Einleiten von Drainagewasser ist in der Nettelnburg besonders kritisch: Grund und Schichtenwasser enthalten hohe Konzentrationen gelösten Eisens und Mangans, die im Kontakt mit der Luft oxydieren und eine ockerfarbige Trübung des Grabens bewirken. Sauerstoffmangel, Flocken und Eisenoxyschlamm beeinträchtigen alles Leben im Graben, die Gewässer sind ökologisch tot. Die Unterhaltung ist für andere Unterhaltungspflichtige nicht mehr zumutbar. Betreiber von derartigen Wasserhaltungen sind aufgefordert, umweltverträglichere Lösungen zur Trockenhaltung ihrer Keller zu finden.

Laden Sie das Merkblatt für Rohrauslauf herunter.

Hier Beispiele für Einleitungsstellen in unserem Grabengebiet

Eine Einleitungstelle mit ordentlicher Umpflasterung, gut gemacht. Einleitungsstelle mit Natursteinen in Beton, das ist in Ordnung.
Auch hier eine ordentliche Einfassung von Einleitungen. Einfassung in eine Steinböschung, dieser historische Altbestand ist ok.
Unter dem Gras kann man schwach eine Steineinfassung erkennen. Aber in Ordnung. Dieses Rohr muss eingefasst werden, so geht es nicht.
Auch eine Technik der Einleitung, geht aber nicht. Über Holzwände reden wir in einer anderen Abteilung. Dieses Doppelstockrohr ist in dieser Ausführung nicht zulässig. Deutlich zu sehen ist hier des ockerhaltige Grundwasser. Eingeleitet werden darf jedoch nur Oberflächenwasser.
Hier Doppelrohr nebeneinander, die Einfassung fehlt. Das Rohr kommt einfach aus dem Erdreich raus, nicht in Ordnung.

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Alle Fotos und Zeichnungen: Wasserverband Nettelnburg