Das Fleetsystem in Neuallermöhe

Das Fleetsystem in Neuallermöhe2019-10-13T15:58:11+01:00

Das Fleetsystem in Neuallermöhe

Das Annenfleet in Hamburg Neuallermöhe, Foto: Flamenc, Wikimedia

Fährbuernfleet in Hamburg-Neuallermöhe, Foto: Doris Antony, Wikimedia

Das Mövenfleet in Hamburg-Neuallermöhe, Foto: Flamenc, Wikimedia

Allermöher Bahnfleet in Hamburg-Neuallermöhe, Foto: Doris Antony, Wikimedia

Allgemeines über die Fleete

Anstelle der marschtypischen Entwässerungsgräben wurde im aufgeschütteten Gebiet von Neuallermöhe ein System größerer Entwässerungskanäle geschaffen. Sie werden – in Anlehnung an die Fließgewässer im Mündungsgebiet der Flüsse Alster und Bille in der Hamburger Altstadt – im offiziellen Sprachgebrauch als Fleete bezeichnet. Da es sich jedoch um stehende Gewässer handelt, trifft diese Bezeichnung nicht zu. Die Allermöher „Fleete“ entstanden zudem lange nach der Eindeichung des Gebietes.

Das Allermöher Fleetsystem beginnt an einem „Spüleinlass“ an der Dove Elbe und schließt die Wohngebiete Neuallermöhes ein, bevor es am Schöpfwerk Allermöhe wieder auf die Dove Elbe trifft. Sein Einzugsgebiet wird im Norden durch den Bahndamm, im Osten durch den Schleusengraben, im Süden durch die Autobahn A 25 und im Westen durch den Pumpwerksgraben begrenzt. Es wird durch Niederschlag und von der Dove Elbe gespeist. Insgesamt befindet sich im Fleetsystem eine Wassermenge von ca. 177.500 m³.

Neuallermöhe West wird durch vier in Nord-Süd-Richtung verlaufende, im Durchschnitt zwei Meter breite Nebenfleete (Enten-, Kiebitz-, Reiher-, und Schwanenfleet) strukturell eingeteilt; zwei acht Meter breite Hauptfleete (Fährbuernfleet und Allermöher Bahnfleet) schließen an das offene Entwässerungssystem an, das Neu-Allermöhe Ost und Teile von Nettelnburg bedient.


Der Hauptentwässerungsgraben Allermöhe kurz vor dem Schöpfwerk, eigenes Foto
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Das Schöpfwerk Allermöhe auf der Landseite, eigenes Foto
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Der Auslass des Schöpfwerkes in die Dove Elbe, eigenes Foto

Die Dove Elbe am Regattazentrum, Auslass des Fleetsystems, eigenes Foto

 

Dazu gesellen sich noch das Mövenfleet, Allermöher Randfleet, Allermöher Hauptfleet, Annenfleet und das Landscheidefleet. Der Bereich der Fleete wurde 1990 zur Parkanlage erklärt. An ihren Ufern entstanden öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesheime; aber auch vierstöckige Wohngebäude wurden zugelassen, um „möglichst viele Bewohner in den Genuss einer bevorzugten Wohnlage“ (Begründung zum Bebauungsplan) zu bringen.

Das Fleetsystem von Neuallermöhe, Quelle: Openstreetmap

Die Spülung der Fleete

Das Fleetsystem ist grundsätzlich geschlossen. Über ein System von 16 Stau-Bauwerken, die über ein Computersystem gesteuert werden, werden die Fleete an fünf Tagen der Woche mit Wasser aus der Dove Elbe „gespült“. Auf diese Weise wird das Wasser in jedem Fleetabschnitt einmal pro Woche ausgetauscht.

Das Wasser wird der Dove Elbe an einem „Spüleinlass“ entnommen und am Schöpfwerk wieder eingeleitet, dabei werden Müll und natürliches Treibgut ausgefiltert. Die Strömung reichert das Wasser mit für Pflanzen und Tiere lebensnotwendigem Sauerstoff an und beugt einer durch organische Zersetzungsvorgänge und Einleitungen von Straßenabwässern bedingten Eutrophierung vor.

Außerdem verhindert das Fließen, dass das im Grundwasser vorkommende Eisen sich im Fleetsystem sammelt. Diese Eisenausfällungen (Verockerung) werden durch das Fließen abtransportiert. Die Spülung der Fleete wird durch 16 Stau-Bauwerke geregelt.

Da die Fleete keine eindeutig definierten Fließwege haben, können alle Fließbewegungen durch die Stau-Bauwerke definiert werden. Nützlich ist das nicht nur für die Spülung, sondern auch um die Regenwasser-Speicherkapazität des Fleetsystems zu steigern; bei starken Regenereignissen kann das Fleetsystem die Rolle eines Rückhaltebeckens übernehmen.

Montags bis freitags erfolgen die Spülungen, mit einem jeweils verschiedenen Spülweg für jeden Tag; dies gewährleistet, dass jedes Fleet wöchentlich gesäubert wird. An einem normalen Wochentag klappen sich um 7:00 Uhr alle Staubauwerke hoch … und das Wasser nimmt seinen Lauf durch das Fleetsystem. Auf dem Spülweg kommt der Wasserstand nur selten über 0,5 m unter NN. Um 13:00 Uhr öffnen sich schließlich alle Stau-Bauwerke, und das Wasser beginnt aus dem Schöpfwerk Allermöhe zurück in die Dove Elbe zu strömen.

Bei starkem Niederschlag kann der Wasserstand über 0,3 m unter NN steigen und das Wasser über die 10 cm niedrigeren Stau-Bauwerke fließen. Überschüssiges Wasser läuft dann durch das Schöpfwerk Allermöhe zur Dove Elbe ab, der Wasseraustausch erfolgt also von selbst. Wegen des verringerten Sauerstoffverbrauchs der Wasserpflanzen und -tiere im Winter, und da die Spülung relativ kostspielig ist, kann sie in der Zeit zwischen Anfang Dezember und Ende Februar sogar ganz entfallen.

Text aus Wikipedia übernommen (gekürzt)

Vortrag über das Fleetsystem

Hier ein Vortrag des Angelsportvereins Bergedorf-West/Allermöhe e.V. über das Fleetsystem von Neuallermöhe und Nettelnburg mit freundlicher Genehmigung vom 1. Vorsitzenden des Angelsportvereins Werner Kleint. https://www.av-bewe.de/ (Bitte Bild anklicken)

Fleetsystem Neuallermöhe, Vortrag vom Angelverein Bergedorf-West-Allermöhe[/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]