Grabenpflege und Regeln bisher

Grabenpflege und Regeln bisher2019-03-08T18:28:01+01:00

Die Grabenpflege und Grabenunterhaltung nach den bisherigen Regeln

Die Grabenreinhaltung

Um die Gräben für alle Mitglieder ständig fließ- und funktionsfähig zu halten, müssen die Gräben von diesen Mitgliedern regelmäßig gesäubert und instand gehalten werden. Übrigens heißt ein Graben Graben, weil hier ständig gegraben werden muss.

Die Aufgaben der Instandhaltung umfassen:

Böschung mähen
Damit das Wasser fließen kann, muss der Graben in vollem Querschnitt vom Wasser durchflossen werden können. Lediglich im Sommer kann aus Tier- und Pflanzenschutzgründen vom Mähen abgesehen werden.

Rechts wurde gut gemäht, links dagegen gar nicht. Auch im Sommer sollten die Gräben in Ordnung sein. Hier sieht man: nur rechts vorn hat nicht gemäht. Und das im November.

Bewuchs auf der Grabensohle entfernen
Der Sinn einer bewuchsfreien Grabensohle ist ein ungehemmter Wasserfluss. Im Notfall stört jedes Hindernis.

Hier ist der Bewuchs auf der Sohle auf beiden Seiten nicht ausreichend entfernt. Auch hier ist noch Gras und Bewuchs in der Grabensohle

 Richtige Grabentiefe herstellen, notfalls tiefer schachten
Der Graben muss so tief sein, dass das Wasser abfließen kann. Das eigene Grabenstück darf nicht höher sein, als das des Nachbarn, von dem das Wasser kommt.

Während fast der gesamte Graben Wasser führt, ist hier eine verschlammte Strecke, die den Wasserfluss behindert. Die Sohle ist zu flach und verschlammt. Bitte weggraben.

Einleitungsrohre richtig einfassen
In die Gräben darf nur das Oberflächenwasser des Grundstückes eingeleitet werden, also kein gepumptes Grundwasser. Das schräg abgeschnittene Auslassrohr soll rundherum mit Beton oder Steinen bis in die Sohle hinein eingefasst sein. Ist das Rohr 200 mm oder dicker, so muss auch die gegenüber liegende Seite zum Schutz vor Ausspülung mit Beton oder Steinen geschützt sein.

Hier ist das Rohr mit Beton und kleinen Steinen eingefasst. Sehr gut: schräger Rohranschnitt. Es fehlt die Einfassung bis in die Grabensohle. Auch hier eine fast richtige Rohreinfassung. Die Steine gehen bis in die Grabensohle und können so ein Ausspülen verhindern. Bitte noch das Rohr schräg anschneiden.

Grabenbreite richtig einstellen
Eine richtige Grabenbreite ist wichtig für den richtigen Abfluss des Wassers. Ist der Graben zu schmal, entsteht zwar eine Strömung, aber es kann keine ausreichende Menge Wasser wegfließen.

Hier sehen Sie eine Hauptentwässerungsstrecke, durch die andere Gräben das Wasser hindurchpressen müssen. In der Mitte des Bildes ist sehr gut eine Engstelle im Graben sichtbar. Ist hier möglicherweise nicht schlimm, aber woanders sicherlich.

Grabenrandbauwerke entfernen
Die Gräben sollen eine natürliche Böschung von ca. 45° haben. Manchmal ist jedoch eine Sicherung des Ufers notwendig, weil der Boden nachgibt oder Enten die Böschung aushöhlen. Hier wird in Ausnahmefällen eine feste Holzkante mit einer maximalen Höhe von 10cm über der normalen Wasseroberfläche zugelassen. Ansonsten sind Bohlen, Gehwegplatten, Metallgitter und Spundwände nicht zulässig.

Diese Holz-Kaimauer ist generell nicht zulässig. Bei Ausnahmegenehmigungen darf sie möglicherweise so hoch wie ein Brett sein. Die obere Brettreihe muss also in jedem Falle ab. Hier ist die Holzkante sowieso zerfallen und kann gar nichts mehr sichern. Sie muss entfernt werden oder falls notwendig, erneuert werden.

Hausnummer am Graben anbringen

Bitte achten Sie darauf, dass die Ihnen vom Wasserverband vor ein paar Jahren zugeschickte Hausnummer noch am Graben angebracht ist. So verhindern Sie, dass Ihr gut gepflegter Graben für den schlechten Nachbarschaftsgraben gehalten wird und Ihnen falsche Bescheide geschickt werden.

So kann die Hausnummer von der Grabenseite gut eingesehen werden Hier hat sich der Eigentümer mit der Hausnummer besonders viel Mühe gemacht

Schauweg beidseitig 1m breit freihalten
Die Gräben sollen auf beiden Seiten einen begehbaren Streifen von 1m Breite haben, damit die Grabenschaukommission ohne Verletzungen und ohne nasse Kleidung den Graben begutachten kann. Da wir nicht wissen, von welcher Seite wir an den Graben gehen und keine Seite benachteiligt sein darf, sollen beide Seiten den Schauweg haben. D.h. also auch alle Trennzäune öffnen, Rosen und Brombeeren schneiden etc. Wir haben schon so manches Hemd an Dornen zerrissen oder die Hose verdreckt.

Ein vorbildlicher Graben mit Schauweg links Ebenfalls ein vorbildlicher Graben mit gutem Schauweg rechts. Links fehlt er.